Scopeunity

Sechs gute Gründe sich als Mittelständler eine digitale Plattform zu erschließen

Dr. Lukas Mohr
Dr. Lukas Mohr
Lesezeit: 6 min.

Hören wir das Wort „digitale Plattform“ wandern unsere Gedanken direkt zu Facebook, Amazon und der Gleichen. Ein Gefühlschaos aus positiven und negativen Emotionen schwappt dann schnell in uns hoch. Nur zu gut kennen wir die Vorteile dieser Plattformen, sei es die Vernetzung untereinander, Unterhaltung oder der günstige Konsum. Doch – und auch das Wissen wir zunehmend – sind damit auch negative Entwicklungen gekoppelt: Filterblasen, Binge Watching oder Geschäftsgebaren rigoroser Wettbewerbsverdrängung. Aber, es muss gar nicht so sein, dass unsere Gedanken direkt zu diesen Plattformen abdriften. Denn, auch mittelständische Unternehmen können sich ein plattformbasiertes Geschäftsmodell erschließen. Insbesondere im Bereich der Lern- und Austauschplattform.

Sechs gute Gründe für eine eigene digitale Plattform

Ein Thema bestimmt die Digitalwirtschaft besonders: Digitale Plattformen. Je nach Ausgestaltungsart und Intension kann eine digitale Plattform aber grundsätzlich viele Funktionen übernehmen. Die Grundidee ist jedoch zunächst immer die gleiche, die Vernetzung unterschiedlicher Marktparteien. Welches Geschäftsmodell dann damit verbunden ist, kann unterschiedlicher Natur sein. Als Lernplattform kann ein Unternehmen beispielsweise dort seinen Mitarbeitern individuelle Lern- und Fortbildungsinhalte zur Verfügung stellen. Ein unternehmensübergreifender Dialog über diese Inhalte, wie auch die Wissensüberprüfung, fördern eine unternehmerische Lernkultur. Konzipiert als Austauschplattform kann eine Plattform hingegen besonders gut für den Dialog mit dem Kunden oder Interessenten genutzt werden.

Bereits diese beiden Typen einer digitalen Plattform zeigen somit, dass vielfältige Gründe für eine eigene digitale Plattform sprechen. Und diese Gründe betreffen nicht nur große Unternehmen, sondern sind unabhängig der Branche und Größe relevant. Auch für den Mittelstand sind digitale Plattformen daher eine hoch spannende Thematik, wie die folgenden sechs Gründe darlegen werden:

Sechs Gründe Für Eine Eigene Digitale Plattform

Arbeitsplatz der Zukunft

Der Arbeitsplatz der Zukunft vereint Gegensätze. Analoge und digitale Welt verschmelzen zunehmend. Homeoffice wird nicht mehr vollständig verschwinden. Die heimischen vier Wände fungieren immer öfter als Arbeitsplatz. Das Büro hingegen dient verstärkt als Inspirationsquelle kreativer Ideen. Als ein Ort, um in den direkten Austausch mit den Kollegen zu gehen. Die Arbeit wird dezentraler und verlangt, das Unternehmen für ihre Mitarbeiter digitale Strukturen schaffen. Insbesondere Mittelständler tuen sich hier aber noch schwer. Die Schaffung einer eigenen digitalen Plattform kann eine Lösung sein. Als zentrale Anlaufstelle für Informationen und Mitarbeiter kann sie als Ankerpunkt beider Welten fungieren.  

Informationsflut lenken

Das Internet ist voll mit Informationen. Nicht mehr der Zugang an Informationen ist beschränkt, sondern unsere kognitiven Kapazitäten, all die Informationen zu verarbeiten. Zunehmend fällt es uns schwer, die richtigen Informationen aus dem Ozean an Informationen heraus zu filtern. Gerade die großen digitalen Plattformen wie Facebook tragen hier auch eine kritische Rolle. Diese greifen auf Algorithmen zurück, um uns „relevante“ Inhalte auszuspielen – was nicht immer funktioniert. Auf einer eigenen Plattform können Unternehmen hingegen selbst den Informationsfluss gezielt lenken. Es können Informationen bereitgestellt werden, die für die jeweilige Zielgruppe passend sind. So bspw. Lerninhalte, Tutorials oder Pflichtinhalte, die jeder im Unternehmen kennen muss. Einer endlosen und meist wenig qualitätsgesicherten Informationssuche, kann damit entgegengewirkt werden.

Wertewandel

Arbeitnehmer möchten sich vermehrt mit ihrem Unternehmen identifizieren und Sinn in ihrer Arbeit sehen. Wertebasiertes Arbeiten gewinnt daher an Bedeutung. Mitarbeiter wollen sich einbringen, ihre Arbeit wertgeschätzt wissen und individuell weiterentwickelt werden. Es ist daher ratsam, dass Unternehmen stärker auf ein Coaching setzen: Potenziale individuell fördern und aus Individualisten ein Team schaffen. Auch hierfür kann eine eigene Plattform genutzt werden. Eine solche Coaching Plattformen ist dann besonders gut für Personalentwicklung geeignet. Sie fördern die langfristige Bindung zum Unternehmen und erlauben es, Mitarbeiter besser auf kommende Herausforderungen vorzubereiten. 

Teamübergreifendes Arbeiten

Die Digitalisierung lehrt uns, dass heute bereits morgen veraltet ist. Agilität und Anpassungsbereitschaft bestimmen die digitale Welt. Nicht das starre Arbeiten in Abteilungen schafft Flexibilität und Agilität, sondern teamübergreifendes Arbeiten. Das Beleuchten unterschiedlicher Sichtweisen und das Zusammenarbeiten verschiedener Kompetenzträger legt den Rahmen für einen zukünftigen Erfolg. Mit einer digitalen Plattform können unterschiedliche Teammitglieder an den digitalen runden Tisch gebracht werden. Ein zentraler Ort, der zum Austausch und gemeinsamen Arbeiten genutzt werden kann.  

Kundennähe

Mit einer Plattform können Unternehmen ein offenes Ökosystem etablieren, in das sich die Kunden einbringen können. Sei es in Form von Kommentaren oder eigenen Beiträgen. Dadurch gelingt es einem Unternehmen auch, den eigenen Elfenbeinturm zu verlassen. Regelmäßiges Feedback der Nutzer unterstützt dabei, eigener Betriebsblindheit entgegenzuwirken. Sind Kunden bereit, auf einer Plattform gestalterisch durch Feedback aktiv zu werden, können Unternehmen damit auch deutlich kundenfokussierter agieren. Wie wichtig dies ist, verdeutlicht auch das von Jeff Bezos gelebte Mantra der „Kunden-Besessenheit“.

Technologischer Wandel

Künstliche Intelligenz und die damit verbundene Automation von Arbeitstätigkeiten werden uns in Zukunft immer weiter begleiten. Während die Spannweite an Prognosen über einen möglichen Arbeitsplatzverlust unbegrenzt zu sein scheint ist eines sicher: Wir werden zunehmend durch Technologien unterstützt. Während die ersten drei industriellen Revolutionen primär Muskelkraft ersetzt haben, ersetzt die vierte industrielle Revolution auch Geisteskraft. Auch analytische Tätigkeiten werden daher vermehrt von Technologien übernommen. Kompetenzen wie die 4K´s, Kommunikation, Kollaboration, Kritische Denken und Kreativität werden daher in Zukunft immer wichtiger. Diese Kompetenzen können gerade auf einer Plattform ausgelebt werden. Das Kommunizieren mit unterschiedlichen Nutzern und die Zusammenarbeit auf einer digitalen Plattform, erlauben es, den technologischen Wandel aktiv mitzugestalten. Lebenslanges Lernen und eine „Day-One-Mentalität“, helfen, ein innovatives und agiles Unternehmensumfeld zu erzeugen, das auch auf äußerliche Schocks gewappnet ist.

Der Plattformmarkt im Wandel

Die großen digitalen Plattformen wie Facebook und Google zählen zu den „Gewinnern“ der aktuellen Zeit. Starkes Nutzerwachstum und mehr Zeit (und damit mehr Geld für den Plattformbetreiber), die ein Nutzer auf der Plattform verbringt, sind aber nur eine Seite der Medaille. Denn, gerade auf Basis der eingangs genannter Probleme, mehren sich kritische Stimmen. Die Rufe nach regulatorischen Maßnahmen werden lauter. So stellt aktuell der Digital-Services-Act der EU bspw. einen Vorstoß dar, die Marktmacht einzelner großer Player zu brechen. Dieses Plattformgesetz, der Digital-Services-Act, soll sich unter anderem auf die Haftungsregeln der Plattformbetreiber auswirken. Damit versucht die EU inbesondere auch auf die Flut an falschen und irreführenden Informationen auf den Plattformen zu reagieren. Gerade für mittelständische Unternehmen bieten sich daher auch aktuell große Chancen, in eine wahrnehmbare Nische am Plattformmarkt vorzudringen.

Digitale Plattformen   Whitepaper

Digitale Plattformen
Erfahren Sie im Whitepaper alles zur Plattformökonomie und wie Ihr Unternehmen selbst eine digitale Plattform schaffen kann.

Beiträge

zum Thema Digitalisierung

Beiträge

zum Thema Scopeunity

Beiträge

zum Thema New Work