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Künstliche Intelligenz führt zu hybrider Intelligenz

Dr. Lukas Mohr
Dr. Lukas Mohr
Lesezeit: 4 min.

Die Bezeichnung „Künstliche Intelligenz“ wird gerne und inflationär genutzt. Bei kritischer Auseinandersetzung mit dem Thema der künstlichen Intelligenz (KI) wird schnell ersichtlich, dass an KI viel künstlich ist, sie aber (noch) nicht das Prädikat intelligent verdient.

Dennoch entwickelt sich KI immer weiter und wirkt sich bereits jetzt unzweifelhaft auf Gesellschaft und Wirtschaft aus. Insbesondere in Medien wird daher gerne und häufig über einen damit verbundenen massenhaften Arbeitsplatzverlust und dem Ende der Vorherrschaft des „Homo Sapiens“ also dem „weisen Menschen“ sinniert. Unweigerlich drängt sich für jeden einzelnen von uns daher der Eindruck auf, dass KI bereits in wenigen Jahren zu grundlegenden & revolutionären Änderungen führen wird. Schauen wir uns aktuelle Beispiele an, wie, dass der weltbeste Go-Spieler (Go ist ein chinesisches Brettspiel), von einer KI besiegt wirkt, mag dies zunächst wenig ehrfürchtig klingen. Bedenkt man aber, dass es in einem GO-Spiel mehr Kombinationsmöglichkeiten als im bekannten Universum gibt und ein solches Spiel eigentlich Intuition erfordert, erscheint KI tatsächlich bereits jetzt „allmächtig“. Das KI zudem bereits überzeugende Texte schreiben kann, Bilder entstehen lässt, die zuvor nicht existierten - man schaue sich nur als Beispiel das Bild „Edmond de Belamy“ an – zeigt, dass KI in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

Doch was bedeutet das für uns? Während die Vergangenheit gezeigt hat, dass grundsätzlich daran zu appellieren ist, nicht auf Vorhersagen im Bereich KI zu vertrauen, wirkt sich KI auch jetzt schon auf unseren Arbeitsalltag aus. Insbesondere Tätigkeiten, die für uns kognitiv hoch anspruchsvoll sind, also beispielsweise komplexe algorithmische Aufgaben, können bereits jetzt meist durch KI besser gelöst werden. Es sind daher in Zukunft verstärkt kognitive Aufgaben, die von KI übernommen werden. Der Mensch wird hierbei aber nicht zwangsläufig ersetzt, sondern vielmehr in seinen Fähigkeiten augmentiert. Das Moravec’sches Paradox hilft uns dies zu verstehen: „Es ist vergleichsweise einfach, Computer dazu zu bringen, Leistungen auf Erwachsenenniveau bei Intelligenztests oder beim Dame spielen zu erbringen, und schwierig oder unmöglich, ihnen die Fähigkeiten eines Einjährigen in Bezug auf Wahrnehmung und Mobilität zu vermitteln.“

Um diese Aussage und die damit verbundenen Implikationen zu verinnerlichen, hilft es dem Nobelpreisträger Daniel Kahneman Gehör zu verschaffen. Kahneman spricht in seinen Überlegungen vom „Schnellen und langsamen Denken“ und in diesem Kontext von zwei Systemen im menschlichen Gehirn. Während System 1 das schnelle System ist und insbesondere für automatische und emotionale Tätigkeiten genutzt wird, bezeichnet System 2 das aufwändige, logische und absichtliche Denken. Um diese beiden Systeme zu versinnbildlichen möchte ich auf eine der bekanntesten Fernsehfamilien der Welt verweisen, die Simpsons. In dieser Analogie stellt Homer das System 1 dar, während Lisa, System 2 repräsentiert. Wir alle wissen, dass gerade „die Lisa in uns“ häufig Probleme bereitet, da logische Aufgaben zu lösen meist mit einem enormen Zeiteinsatz verbunden sind. Begründet liegt dies darin, dass wir alle immer beschränkt rational handeln. Wir können nicht alle Informationen kognitiv verarbeiten und haben daher auch immer Probleme bei der Entscheidungsfindung. KI kann uns genau hier unterstützen.

Dies soll aber keinesfalls bedeuten, dass unsere Geisteskraft ersetzt wird. Ganz im Gegenteil, mitzudenken und kritisch zu hinterfragen ist wichtiger denn je. KI wird uns daher auch nicht ersetzbar machen, sondern vielmehr unsere Geisteskraft augmentieren, sodass im Kontext von KI auch von „hybrider Intelligenz“ gesprochen werden kann. Genau an dieser Denkweise setzt Scopevisio an, und stellt mit seiner „Business Automation Platform“ den Menschen in den Vordergrund. Durch eine automatisierte Erledigung von wiederkehrenden Aufgaben ersetzt Scopevisio nicht den Menschen, sondern fördert ihn, seine Potenziale zu schöpfen.

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